Sprünge wagen

Nachricht Hannover, 09. April 2019

Sprünge wagen

Bei einer Open-Space-Veranstaltung im Rahmen des Ephor*inn*en-Konvents am 3. April 2019 in Loccum stand das Thema „Spannungen zwischen den Generationen“ auf der Agenda. Spannungen lähmen. Sie rauben die Lust an der Zusammenarbeit. Die Jüngeren haben den Eindruck: „Veränderungen werden hier nur blockiert.“ Sie wenden sich ab. Die Älteren empören sich über so viel Abgrenzung durch die Jüngeren. „Haben wir nicht auch viel hinnehmen müssen und uns in Geduld geübt?“ Man erwartet Demut. Dankbarkeit. Hinter dem Ärger der jungen Generation steckt eine Lebenshoffnung – auch für unsere Kirche: „Wir wollen keine toten Pferde mehr reiten. Die Zügel, die ihr uns hinhaltet, nehmen wir nicht in die Hand.“

Eine Zukunftsaufgabe kann darin liegen, den Jüngeren wirklich den Raum zu geben, dass sie ihre machtvollen Gedanken real erproben können. Dazu brauchen sie Solidarität und Unterstützung. Ideen reifen erst durch den Realitätscheck. Zum Gelingen braucht es die Durchsetzungsmacht der Älteren. Zusammenarbeit gelingt durch den Aufbau intergenerativer Teams. Die abgebende Generation bekommt ebenso ihre Rolle wie die Generation, die die Kirche der Zukunft gestaltet. Generationen gestalten den Übergang. Dabei ist es wichtig, immer mindestens drei Generationen zusammen zu denken, damit das Neue nicht zur Exklusivaufgabe der ganz Jungen sowie das Alte nicht zum Besitz der (ganz) Alten wird. Neues zu wagen ist die Aufgabe von Alt und Jung. Die Agenda wird von den Jüngeren geprägt. Dazu braucht es einen guten Mix von frischen Ideen,  Hoffnung, mutigem Neuanfang sowie beruflicher Erfahrungen besonders im Beziehungs- und Akzeptanzmanagement, damit Neues mehrheitsfähig werden kann.

Die Open-Space-Veranstaltung der Ephor*inn*en in Loccum am 03. April war hilfreich und machte deutlich: Entwicklungen verlaufen heute nicht mehr linear. Sie leben von Sprüngen. Und Sprünge bedeuten für die Älteren, dass Entwicklungen nicht mehr an dem anknüpfen, wofür sie ein Leben lang stehen. Ist diese schmerzhafte Erkenntnis schon angekommen? Durch „systemische Sprünge“ entsteht Unerwartetes. Das wertet Bisheriges aber nicht ab. Das ist das, was die Jüngeren lernen müssen. Damit Entwicklung gelingt, braucht die Kirche Sprunggelenke. Eine Arbeitsgruppe arbeitet daran. Haben Sie Interesse? Dann kommen Sie auf uns zu unter Personalberatung@evlka.de